Der Ratenkredit oder Konsumentenkredit ist ein Kredit mit fest vereinbartem Zins und fester Laufzeit. Damit können Sie sich eine größere Summe von einem Kreditinstitut leihen, um sie beispielsweise für eine teurere Anschaffung zu nutzen.

Den Kredit zahlen Sie monatlich in gleichen Raten zurück, nachdem Sie das Geld erhalten haben. Ratenkredite werden – je nach Ihrem Bedarf und Ihrer Bonität – in der Regel bis zu einer Höhe von 50.000 Euro gewährt.

Als Sicherheit dafür, dass Sie den Kredit auch zurückzahlen, verlangen die Banken im Vertrag oft eine Gehaltsabtretung. Damit wird das Kreditinstitut ermächtigt, sich im Fall von Zahlungsstörungen den pfändbaren Betrag direkt von Ihrem Arbeitgeber auszahlen zu lassen. Bei Auto-Finanzierungen ist eine so genannte Sicherungsübereignung üblich. Das bedeutet, dass der Kunde das rechtliche Eigentum an dem neu angeschafften Pkw der Bank überträgt, die den Kauf finanziert hat. Er kann das Auto uneingeschränkt nutzen, darf es aber erst verkaufen, wenn er den Kredit abgelöst hat.

Sie zahlen für die Bereitstellung eines Ratenkredits einen Zins. Dieser orientiert sich unter anderem an dem jeweiligen Marktzins, also dem Refinanzierungssatz der Kreditinstitute. Auch Ihre Bonität und Ihre Sicherheiten spielen eine Rolle für die Konditionen des Ratenkredits.

Zur Rückzahlung des Kredits vereinbaren Bank und Kunde eine feste, in der Regel monatliche Rate.

Wann kann ein Ratenkredit für mich sinnvoll sein?

Kredit schnell zurückzahlen

Versuchen Sie immer, den Kredit so schnell wie möglich zurückzuzahlen. Kommen Sie zwischenzeitlich zu Geld, so nutzen Sie es, um Ihren Kredit vorzeitig abzulösen. Kreditzinsen sind immer höher als Sparzinsen! Ein Ratenkredit lässt sich jederzeit kündigen. Möglicherweise verlangt die Bank als Ausgleich eine so genannte Vorfälligkeitsentschädigung. Diese ist aber gesetzlich begrenzt und beträgt maximal 1 Prozent der noch zu tilgenden Restschuld. Lassen Sie sich beraten, ob eine Umschuldung in Ihrem Fall eine Alternative sein kann.

Ein Ratenkredit kann sinnvoll sein, wenn Sie einen größeren Geldbetrag auf einmal benötigen – zum Beispiel für eine teure Anschaffung wie ein neues Auto.

Je kürzer die Laufzeit des Ratenkredits ist, desto höher ist Ihre monatliche Belastung. Eine längere Laufzeit verringert die monatliche Rate, macht den Kredit aber insgesamt teurer.

Fragen Sie sich vor der Unterschrift unter den Kreditvertrag, welche Belastung Sie verkraften können und prüfen Sie genau, ob Sie die vereinbarten Rückzahlungen auch wirklich leisten können.

Welche Risiken bestehen bei einem Ratenkredit?

Überschuldungsrisiko: Falls Sie die Raten nicht bis zum Vertragsende oder nicht mehr in voller Höhe zahlen (können), beispielsweise durch plötzliche Arbeitslosigkeit, droht Überschuldung. Wer absehen kann, dass sein Geld für seine laufenden Ausgaben nicht mehr ausreichen wird, sollte sich an eine Schuldnerberatungsstelle wenden.

Schufa-Eintrag bei Vertragsverstoß: Verstößt der Kunde gegen die Vertragsbedingungen und zahlt beispielsweise die Kreditraten zu spät oder unvollständig zurück, so riskiert er einen Eintrag bei der Schufa. Die Schufa-Auskunft spielt häufig eine Rolle bei der Entscheidung darüber, ob die Bank Ihnen in Zukunft einen Kredit gewährt und zu welchem Zinssatz. Sie kann auch Einfluss darauf haben, wenn Sie eine Wohnung mieten wollen.

Wo kann ich einen Ratenkredit abschließen?

Informationen und Beratung erhalten Sie in den Filialen von Kreditinstituten, aber auch online im Internet oder telefonisch beim jeweiligen Anbieter. Dort können Sie dann auch den Vertrag für Ihren Ratenkredit abschließen.

Wenn Sie eine Ware – zum Beispiel die neue Waschmaschine oder das neue Auto – mit einem Ratenkredit bezahlen möchten, bieten viele Fachhändler eigene Finanzierungen an. Auch hier kann es sich lohnen, die Konditionen des Händlers mit denen anderer Anbieter zu vergleichen.

Holen Sie mehrere Vergleichsangebote ein und nehmen Sie die Bedingungen unter die Lupe, bevor Sie einen Kreditvertrag unterschreiben.

Der Zins ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Wollen Sie die Angebote der verschiedenen Kreditinstitute vergleichen, so achten Sie vor allem auf den Effektivzins. Denn dieser berücksichtigt im Gegensatz zum Nominalzins nicht nur die Tilgungsmodalitäten und gegebenenfalls den Auszahlungskurs, sondern bezieht zusätzlich weitere Kosten einschließlich etwaiger Vermittlungskosten mit ein. Für einen wirklichen Vergleich empfiehlt es sich, mehrere für Sie persönlich berechnete Angebote einzuholen.

Eine separate Bearbeitungsgebühr dürfen Kreditinstitute für einen Ratenkredit nicht erheben – es sei denn, Sie haben die Gebühr mit der Bank frei vereinbart. Das hat der Bundesgerichtshof in seinen Urteilen vom 13. Mai 2014 entschieden (Aktenzeichen BGH XI ZR 170/13 und BGH XI ZR 405/12).

Das Kreditinstitut ist per Gesetz verpflichtet, Ihnen Auskunft über alle Kosten und Gebühren sowie über den Nominalzins und effektiven Jahreszins zu geben.

Die Bank muss Sie außerdem über alle sonstigen Vertragsbedingungen informieren, wie Rückzahlungs- und Kündigungsmöglichkeiten, eine eventuelle Vorfälligkeitsentschädigung, falls Sie den Kredit vor Ende der Laufzeit ablösen wollen, oder Ihren Anspruch auf einen Tilgungsplan.

Welche Pflichten habe ich bei einem Ratenkredit gegenüber dem Kreditinstitut?

  • Um einen Ratenkredit als Alleinschuldner abschließen zu können, benötigen Sie einen Wohnsitz in Deutschland und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Damit ist dies auch für volljährige Schüler und Auszubildende möglich, wenn sie ein regelmäßiges Einkommen nachweisen. Sonst verlangen die Banken einen Mitkreditnehmer (etwa die Eltern), einen Bürgen oder Sicherheiten.
  • Sie müssen Ihre Gehaltseingänge beziehungsweise Einnahmen und Ausgaben sowie regelmäßige Belastungen offenlegen, damit das Kreditinstitut Ihre Zahlungsfähigkeit prüfen kann.
  • Sie müssen zustimmen, dass die Bank eine Schufa-Auskunft über Ihre Kreditwürdigkeit einholt.
  • Gegebenenfalls müssen Sie dem Kreditinstitut Sicherheiten stellen. Das kann etwa eine Gehaltsabtretung sein.
  • Sie müssen ein Referenzkonto angeben, im Regelfall das eigene Girokonto. Dorthin überweist die Bank das Geld, das Sie sich geliehen haben.
  • Entsprechend den Vertragsbedingungen müssen Sie Zins und Tilgung zahlen. Sie sind dafür verantwortlich, dass die Bank pünktlich – je nach Vereinbarung monatlich oder vierteljährlich – die vereinbarten Rückzahlungen für Ihren Ratenkredit erhält.

Kann ich einen Ratenkredit vorzeitig zurückzahlen?

Einen Ratenkredit dürfen Sie jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen. Wurden im Kreditvertrag, wie bei Ratenkrediten üblich, ein Zeitpunkt für die Rückzahlung und ein fester Zinssatz vereinbart, darf die Bank jedoch eine Vorfälligkeitsentschädigung berechnen. Diese darf folgende Beträge nicht überschreiten:

  • 1 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrags beziehungsweise 0,5 Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Betrages, wenn zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung ein Zeitraum von nicht mehr als einem Jahr liegt,
  • den Betrag der Sollzinsen, den der Darlehensnehmer in der Zeit zwischen der vorzeitigen und der vereinbarten Rückzahlung entrichtet hätte.

Wie werden die Anbieter von Ratenkrediten beaufsichtigt?

Kreditinstitute mit Sitz im Inland benötigen die Erlaubnis der BaFin, um Kreditgeschäfte abschließen zu dürfen. In Deutschland beaufsichtigen die Deutsche Bundesbank und die BaFin, ab einer bestimmten Größenordnung auch die Europäische Zentralbank (EZB), die Institute im Rahmen der Solvenzaufsicht.

Die BaFin prüft nicht, ob das Kreditinstitut Ihnen einen Ratenkredit zu günstigen Konditionen anbietet oder ob die geforderten Zinsen angemessen sind. Für die Überprüfung der Vertragsbedingungen ist die BaFin ebenfalls nicht zuständig.